Warum es so wichtig für die eigene Resilienz ist, wenn man manche Dinge einfach akzeptiert

Es gibt Formulierungen, an denen kann man sich lange reiben. „Hornhaut für die Seele“ war so eine Formulierung für mich. Wer möchte im Ernst gern Hornhaut haben? Und dann noch auf etwas so Zartem wie der Seele? Trainerin Olivia Hornsmann brachte das Bild in ihrem Resilienz-Workshop für Medienprofis. Für sie sei Resilienz „die Fähigkeit auf spitzen Steinen zu tanzen“. Tatsächlich jammere ich am Strand jedes Mal über die vielen Kiesel, die sich auf dem Weg ins Meer in meine weichen Fußsohlen bohren, während andere schon längst tief abgetaucht sind. Statt eine Situation so zu akzeptieren wie sie ist, geht meine ganze Energie in den Widerstand.

Und so handele ich auch oft im Job: Statt auf spitzen Steinen zu tanzen will ich sie wegschaufeln oder rund schmirgeln. Sprich: Ich bin wirklich schlecht darin, Dinge, die mir widerstreben, einfach hinzunehmen. Resilienz bedeutet aber laut Olivia Hornsmann: „Ich akzeptiere das Unabänderliche.“
Die Steine werden spitz bleiben. Aber ich kann mir eine Hornhaut zulegen.

Das heißt jetzt nicht, dass ich nicht weiter Situationen verbessern oder gegen Ungerechtigkeiten angehen will. Nur ist es energieschonender, sich vorher zwei Fragen zu stellen:

- Kann ich wirklich Einfluss darauf nehmen?

- Und wenn ja, ist die Sache mir den Aufwand wert?

Optimismus, Lösungsorientierung und Selbstwirksamkeit: Diese drei Resilienzfaktoren habe ich durchaus. Aber sie können auch dazu führen, dass man sich verkämpft, wenn nicht die eine wichtige Fähigkeit noch hinzukommt: Akzeptanz.

Ein hilfreiches Modell, um besser zu verstehen, wann es lohnt, aktiv zu werden und wann ich Situationen akzeptieren sollte, ist Stephen Coveys „Circle of Influence“.
Hier gibt es eine gute Übung, die man allein oder im Team machen kann.

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